Der Sommer hatte mit seiner Hitze den nahen Fluss in ein kleines Rinnsal verwandelt, der zwischen halb vertrockneten Gräsern hindurch floss und dann hinter ein paar dürren Ginsterbüschen in einer kleinen Felsenspalte verschwand.
Ein einzelner Vogel zwitscherte müde in Baum im Schatten. Einige Grillen zirpten, während die Sonne langsam als rot glühender Ball mit ihren letzten Strahlen die Autodeponie auf dem staubigen Platz vor der kleinen Stadt in ein warmes Licht tauchte.
Ein alter Chevy, dessen Motor fehlte und der schon seit einiger Zeit dem Rost ausgesetzt war, schwankte mit einem erbost klingenden Quietschen, als ein schwarzer Hund auf den Rücksitz sprang und zum fehlenden Vorderfenster wieder hinaus.
„Django!“ Der helle Ruf hallte quer über die Deponie. Ein schmaler, zehnjähriger Jung lief auf den Chevy zu und versuchte den davon laufenden Neufundländer einzuholen.
„Django, bleib hier!“ Er musste lachen, als Django kurz abstoppte, ihn mit seinen freundlichen braunen Augen musterte und dann hechelnd weiterhetzte, um hinter einem alten, hellblauen VW-Käfer zu verschwinden.
„Oh nein, nicht in den Fluss...“ japste Jamie und rannte hinterher.
„Jamie, komm! Essen!“ Sein Vater brüllte quer über den Autohof. Jamie wurde langsamer und drehte sein braun gebranntes Gesicht in die Richtung, aus der das Gebrüll kam.
„Komm, Papa!“ rief er fröhlich.
„Komm, Django!“ rief er über die Schulter.
„Futter!“ Django antwortete mit einem dunklen Bellen. „Komm schon, wir bekommen noch Ärger!“ drängte Jamie, aber sein Hund antwortete nur, ohne ihm zu folgen.
„Ach Mensch, blöder Hund – jetzt komm endlich, wir kriegen noch Ärger mit Mutti!“ Leicht verärgert lief der Junge dem Hund hinterher, hinter den blauen VW und, als er ihn dort nicht sah, hinter die Böschung.
Django bellte fröhlich, als sein kleines Herrchen hinter den Ginsterbüschen mit leicht verärgertem Gesicht auftauchte, senkte dann den Kopf, um sein großartiges Fundstück zu präsentieren. Herrchen konnte stolz sein, Hund hatte Spielzeug gefunden. Er wedelte mit dem Schwanz, lief auf sein Herrchen zu und stellte erstaunt fest, dass Herrchen gar nicht erfreut war. Herrchen wurde blass. Ob Herrchen krank war?
Vorsichtig legte Django sein Spielzeug auf den staubigen Boden. Ein paar der Haare waren in seinem Maul kleben geblieben und er schüttelte unwillig den Kopf. Komischer Ball, aber roch lecker. Er hechelte fröhlich. Jamie erstarrte förmlich zur Salzsäure und es dauerte einige Sekunden bis er realisierte, was sein treuer Freund ihm eben vor die Füße gelegt hatte. Starre tote Augen schienen seinen Blick zu erwidern. Jamie stolperte rückwärts und fiel.
Dann schrie er.
Helle Aufregung herrschte seit dem Finden des Schädels in der kleinen und normalerweise sehr verschlafenen Stadt Coldlake. Tyra Hardigan sah seufzend auf den Deckenventilator, der gerade mit einem Ächzen den Geist aufgegeben hatte und schenkte ihrem Gast ein Glas Limonade nach. Durch die Hitze bildete das kalte Getränk kleine Wassertropfen auf dem Glas, die sich langsam abperlten.
„Es soll Regen geben.“ Krächzte die alte Frau mit den stahlgrauen Haaren. Tyra nickte matt.
„Ja, das haben sie vorhin im Radio gesagt.. aber ich glaube erst daran, wenn es losgeht.“ Sie strich sich eine blonde Locke aus dem Gesicht und fächelte sich dann mit der Speisekarte Luft zu.
„Diese Hitze bringt mich noch um.“
Die alte Frau gackerte.
„Wie diesen Kopflosen..“ Sie setzte ein geheimnisvolles Gesicht auf.
„Wußtest du, dass diese Staft.. einmal.. Sleepy Hollow hieß?“
Tyra lachte.
„Ach, Magret. Das ist kein Kopfloser, sondern nur ein Kopf, den sie gefunden haben und die Stadt hieß nie Sleepy Hollow..“ „Doch, doch…“ Magret kicherte albern und nahm einen Schluck von der Limo.
Tyra Hardigan:
OOC:
Willkommen bei Siebenschädel. Ihr könnt gerne alles mögliche Spielen – außer den Schädel.. der hat so wenig zu tun.
Signaturen und Smilies dürfen wie immer nicht mitspielen und Powergaming hat Threadverbot.
Chars müsst ihr nicht mit Steckbrief vorstellen – solange im Post erkennbar ist, um wen es sich handelt.
Viel Spaß!